Alle Jahre wieder: französische Gastschüler am Kaspar-Zeuß-Gymnasium

 

„Wer ist denn die rothaarige Frau dort?“, fragte vergangene Woche in der Pause ein Schüler seine Klassenkameraden. „Na die französische Deutschlehrerin aus Lodève!“, kam prompt die Antwort. „Die kann super deutsch: sie hat Schweizer Wurzeln.“
Wie dieser kurze Gesprächsfetzen zeigt, ...
...sind Frau Estarague und ihre Kollegen am Kaspar-Zeuß-Gymnasium inzwischen längst keine Fremden mehr. Tatsächlich hat sich unser im Schuljahr 2009/10 ins Leben gerufene Schüleraustausch mit dem Collège Paul Dardé im Languedoc inzwischen gut etabliert. Dies beweist nicht zuletzt die heuer erfreulich hohe Teilnehmerzahl von je 35 Schülern auf deutscher wie französischer Seite. 
 
Wie schon in den beiden Vorjahren haben unsere Austauschpartner für ihre Reise die Adventszeit gewählt, weil es da in Deutschland dank vielfältiger Weihnachtsbräuche und Winteraktivitäten „besonders schön“ sei. Schnee bekamen die französischen Schüler im Unterschied zu letztem Jahr heuer allerdings kaum zu sehen. Doch die ausgesprochen sympathischen Dreizehn- und Vierzehnjährigen ließen sich vom nass-kalten Nieselwetter die Laune nicht verderben. Selbst wenn es regnete, zeigten sie sich bei Führungen vielseitig interessiert und stellten neugierig Fragen, die mutigsten unter ihnen auf Deutsch. So erkundeten sie Kronach, wo sie im Anschluss an einen Altstadtspaziergang mit großem Eifer an einer von Bürgermeister Beiergrößlein gesponserten Festungsführung bzw. einem museumspädagogischen Workshop in der fränkischen Galerie teilnahmen und eine beeindruckende Werksführung bei der Firma Loewe machten. Auch Bambergs Weltkulturerbe lernten die Gastschüler kennen. Auf ihrem Ausflug nach Lauscha erfuhren sie bei der Besichtigung der dortigen Farbglashütte viel über die Glasherstellung und durften sich auch selbst als Glasbläser versuchen. Im deutsch-deutschen Museum in Töpen ging es schließlich um die dramatische Geschichte des zu DDR-Zeiten vom eisernen Vorhang geteilten Dorfes Mödlareuth (alias Klein-Berlin). Neben diesen Ausflügen, die unseren Gästen Einblicke in die deutsche Wirtschaft, Geschichte und Kunstgeschichte liefern sollten, stand an einem Vormittag natürlich auch wieder der traditionelle Schulbesuch auf dem Programm, der die Schüler aufgrund der beobachteten Unterschiede zum Nachdenken über ihren eigenen Schulalltag und den ihrer deutschen Partner anregte. À propos Schulalltag: Herzlichen Dank an den Freundeskreis des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums, der eines der beiden Mensaessen unserer Gastschüler finanziert hat!
 
Mindestens genauso wichtig wie das offizielle Austauschprogramm war freilich die Zeit, die die französischen Jugendlichen in geselligem Miteinander mit ihren deutschen Partnern verbrachten - sei es im Rahmen eines gemeinsamen Mittagessens und einer GPS-Wanderung in Lauscha oder an den Abenden und v. a. einem ganzen Wochenende in den Familien. Hier nämlich erlebten unsere Gäste neben weiteren interessanten Ausflügen (z. B. auf diverse Weihnachtsmärkte), beliebten Freizeitaktivitäten (wie Schlittschuhlaufen oder Bowlen, Plätzchenbacken oder auch einem Konzertbesuch) und einem typisch deutschen Nikolausabend hautnah den Alltag einer deutschen Familie. Außerdem mussten sie sich hier stundenlang auf Deutsch (oder auch manches Mal auf Englisch) durchschlagen, was sicherlich nicht ganz einfach war, die Sprachkenntnisse und den Mut, sich in der Fremdsprache zu äußern, aber förderte. Dass von diesen Erfahrungen auch die deutschen Partner und ihre Eltern und Geschwister profitierten, die viel über Frankreich und, wie eine Mutter berichtete, beispielsweise auch über den Senegal erfahren konnten, muss wohl nicht eigens betont werden. Ebensowenig wie der Umstand, dass im Rahmen der Austauschwoche (hoffentlich viele) Vorurteile abgebaut und Freundschaftsbande zwischen deutschen und französischen Schülern geknüpft wurden.
 
So hoffen wir, dass die französischen Schüler nach einer aufregenden Woche in Bayern und Thüringen mit neuem Elan fürs Erlernen der deutschen Sprache und noch größerem Interesse für die deutsche Kultur nach Lodève zurückkehren. Nicht minder hoffen wir, dass unsere deutschen Schüler nun hochmotiviert ihrer eigenen Frankreichreise im März entgegenfiebern und ihre Französischkenntnisse bis dahin noch eifrig verbessern.

 

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