Das üble Spiel der Götter

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Mit Molières Komödie „Amphitryon“ erlebt die neue Studiobühne am Kaspar-Zeuß-Gymnasium ihre erste erfolgreiche Premiere. 

Wenn Götter ihrem Vergnügen nachgehen, haben sie selbst vielleicht jede Menge Spaß, die Sterblichen dabei aber normalerweise nicht viel zu lachen. Am eigenen Leib erfährt dies der griechische Feldherr Amphitryon in der berühmten Komödie des französischen Dramatikers Molière, die die Theatergruppe des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums unter der Regie von Rainer Gräbner am 19., 20. und 21. Juni mit sehr großem Erfolg präsentierte...

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...Damit wurde auch die neue Studiobühne mit einem „echten“ Theaterstück eingeweiht. Gezeigt wurde die im Grunde für einige Beteiligte gar nicht so „lustige“ Geschichte um den notorischen Womanizer und Göttervater Jupiter (herrlich herablassend gespielt von Leo Mertel). Er nutzt die Abwesenheit des Feldherrn Amphitryon (wunderbar komisch in bedröppelter Verzweiflung von Joseph Ludwig dargestellt) aus, um sich in seiner Gestalt ungestört eine Nacht mit dessen frisch angetrauter Gattin Alkmene (beeindruckend authentisch und sehr einfühlsam interpretiert von Anika Gräbner) zu vergnügen. Assistiert wird er dabei von seinem schlitzohrigen Göttergehilfen Merkur, dem Lilly Geißler mit viel Energie einen amüsanten gaunerhaften Touch verleiht.

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Turbulent und aufgrund der nun ständig auftretenden Verwechslungen reichlich situationskomisch zugespitzt verläuft das Geschehen: Als Amphitryon und sein Helfer Sosias (fulminant gespielt und in Mimik und Körpersprache glänzend dargeboten von Katharina Schwabe) nach Hause kommen, müssen sie feststellen, dass sie beide eigentlich schon da sind. Jupiter und Merkur, der sich, wie er selbst sagt, von Sosias „die Figur leiht“, verteidigen den Eingang in ihr neues Zuhause, das Bühnenbildner Christoph Dümlein in bewährter Manier und wieder mit viel Sinn für das Hinter-und Abgründige als bestrumpftes Paar pikant-frivol gespreizter Frauenbeine gestaltet hat.
Die Darstellerriege wird komplettiert von Stefanie Brand als wundervoll zeternde Gattin des Sosias und Anneke Münch als in amüsanter Verwirrtheit agierender General Naukrates. Nach einer guten Stunde rasanter Komödienhandlung ist vor allem eines klar: Die allmächtigen Götter (und vor allem die Zuschauer in der gut besuchten Studiobühne) hatten jede Menge Spaß an dem üblen Spiel, das sie mit den armen Sterblichen trieben. Die wiederum schauen am Ende recht konsterniert aus der Wäsche angesichts der am eigenen Leib so folgenreich erlebten göttlichen Zuwendung. Da bringt auch die Aussicht auf den aus nebenehelicher Liaison alsbald hervorgehenden Weltenverbesserer Herkules wenig Trost. So dass empfiehlt Sosias zuletzt allen, „jetzt lieber still nach Haus zu gehen und über das, was hier geschehn, den Mund zu halten“.

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Am Ende der dritten Aufführung sprach OStDin Leive allen Beteiligten für die grandiose Leistung und den großen Einsatz in der Zeit der Proben ihre Anerkennung aus. Zugleich nutzte sie die Gelegenheit, sich bei dem anwesenden früheren Architekten des Landratsamtes Herrn Steiner für die in ästhetischer und funktionaler Hinsicht so überaus gelungene Sanierung der Bühne wie der gesamten Schule zu bedanken. Abschließende würdigende Worte fand sie zudem für den langjährigen Schulspielleiter und ehemaligen Mitarbeiter in der Schulleitung OStD Horst Pfadenhauer und vor allem für die außergewöhnliche Lebensleistung von StD Hans-Jürgen Schmitt, dem Begründer der Studiobühne und über Jahrzehnte hin maßgeblichen Spiritus Rector des Schultheaters am Kaspar-Zeuß-Gymnasium.


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