Von wegen die „Herren im Haus“

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Mit Carlo Goldonis Komödie „Herren im Haus“ zeigte die Theatergruppe der Mittel- und Oberstufe auf der Studiobühne am Kaspar-Zeuß-Gymnasium auch in diesem Jahr, am 17., 18., und 19. Juni drei sehr erfolgreiche Aufführungen.

Nur ein Klischee vergangener Zeiten, als die Männer noch das alleinige Sagen in den Familien hatten, die Frauen und Kinder stets Gehorsam zeigten und keine eigenen Entscheidungen fällen durften? Vielleicht…, vielleicht aber auch nicht. In jedem Falle bietet die Handlung der Komödie „Herren im Haus“, in der es genau um diese Frage geht, wer nämlich in den Familien den Ton angibt, eine Aneinanderreihung einiger auf den Betrachter recht zeitlos wirkender Szenen.

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Da plant tatsächlich ein veritabler Familientyrann namens Lunardo (in facettenreichem Spiel gewohnt hervorragend dargeboten von Katharina Schwabe), seine durchaus lebenshungrige Tochter Lucietta (doppelbödige Unschuld trefflich gespielt von Lisa Weigel) an den unbedarften Filipetto (passgenau interpretiert von Johannes Ludwig) zu verheiraten, den Sohn seines kantig-konservativen Bruders im Geiste Maurizio (vollendet karikiert von Leo Mertel). Gesittet aber soll das Ganze vonstatten gehen. Daher dürfen sich die jungen Leute natürlich auch kein einziges Mal vorher sehen. So weit der Plan. Freilich hat Lunardo dabei die Rechnung ohne den Wirt bzw. ohne seine Frau Margarita (souverän-elegant Anika Gräbner in pointierter Screwball-Komödien-Tradition) und ihre Freundinnen Marina (verkörperte Cleverness: Lilly Geißler) sowie Felice (überlegen gespielt von Stephanie Brandt) gemacht, die alles daran setzen, dass Lucietta und Filipetto einander vorher treffen können. In all dem komisch-chaotischen Durcheinander, das sich als Konsequenz der Damen-Intrige abspielt, glänzen in ihren Rollen zudem Paul Steinke als Simon, der mürrische Gatte der Marina, Antonia Pfadenhauer überzeugend griesgrämig als Canciano, Anneke Münch als weitgehend genervte stumme Kommentatorin des Tohuwabohu sowie als Gast Joseph Ludwig in der Rolle schleimigen Womanizers Riccardo.

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Kurz und knapp zurechtgeschüttelt auf eine gute Stunde Dauer wurde der spritzige Cocktail von Spielleiter Rainer Gräbner. Den Zuschauerinnen und Zuschauern mundete das Ganze an den drei fast ganz „ausverkauften“ Abenden genauso wie die Häppchen und Getränke, die das Hausmeisterehepaar Krüger dankenswerterweise als Abrundung in der Pause anbot.

Nächstes Jahr geht’s dann weiter, wohl wieder mit Molière.

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