Schüler der Einführungsklassen wissen, was sie wollen

Auf hervorragenden Zuspruch stieß die Informations-Veranstaltung zur Einführungsklasse am Kaspar-Zeuß-Gymnasium. Schüler berichteten von ihren Erfahrungen mit dem neuen Schulmodell und erzählten, wie für sie die Umstellung aufs „Gymi“ war. Viele Gymnasiasten kennen das: Im Laufe der Jahre verlässt immer mal ein Klassenkamerad die Schule, um meist auf der Realschule sein Glück zu versuchen. Umgekehrt war dies bis vor Kurzem kaum der Fall...

Wollten diese jungen Leute bislang Abitur machen, war das ein umständlicher Weg: Fristen mussten eingehalten, Stoff musste nachgelernt werden. Seit Beginn der Einführungsklasse am KZG ab dem Schuljahr 2009/2010 können Schüler mit mittlerem Bildungsabschluss aufatmen: Die zehnte Klasse muss man zwar wiederholen, doch dann ist der Weg frei zum Abitur - und das ohne Probezeit, ohne Aufnahmeprüfung und ohne Nachlernen. Heuer machen die ersten Absolventen der ersten Einführungsklasse ihr Abitur.

Die Gymnasiasten Julia Hechelmann, Yesim Bagci, Annika Behner und Maximilian Löffler besuchten vor ihrem Übertritt ans KZG völlig verschiedene Schulen. Julia war im M-Zug der Mittelschule Kronach, Yesim im M-Zug der Volksschule Pressig, Annika und Maximilian waren Schüler der Maximilian-von-Welsch-Realschule Kronach. Alle Vier bestanden ihre Mittlere Reife und entschieden sich dafür, ihr allgemeines Abitur zu erwerben. Kurz vor dem Ziel sind die beiden „Pioniere“ der ersten Einführungsklasse, Yesim und Maximilian, die heuer ihr heißersehntes Abi machen werden.

Aber gibt es das gleiche Angebot nicht auch an der FOS? Nicht ganz! „Auf der FOS muss man sich gleich auf einen Zweig festlegen“, erzählen die Tettauerin und der Haiger, die ergänzen: „Außerdem wären wir da jeden Tag viel länger unterwegs.“  Yesim machte ihren mittleren Abschluss mit 2,0. Zunächst dachte sie tatsächlich eher an den Besuch der FOS. Sie verhehlt auch nicht, dass das Gymnasium eine große Umstellung im Vergleich zum M-Zug bedeute. „An der Volksschule musste man auswendig lernen, am Gymnasium das Erlernte anwenden. Und man muss sich auf jede Stunde gut vorbereiten“, weiß Yecim, die Informatik studieren möchte. „Das Abitur gibt es nicht geschenkt. Aber wenn die Motivation und der Wille da sind, ist es zu schaffen“, ist sie sicher. Ähnlich sieht es auch Maximilian, 2. Jahrgangsstufensprecher am KZG, der sich an der Schule - wie Yesim - sehr wohl fühlt und das gute Umfeld sowie das Engagement der Lehrer lobt. „Bei jedem Vorstellungsgespräch musste ich erst einmal zehn Minuten lang erklären, was eine Einführungsklasse überhaupt ist. Ich glaube aber nicht, dass das die Arbeitgeber negativ empfinden – im Gegenteil, viele verbinden diesen Schulweg eher mit Fleiß, Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen“, denkt er. Der 19-Jährige ist sehr gut in Mathe und Physik. Bedenken hatte er wegen Französisch. „Anfangs war das viele Vokabellernen gewöhnungsbedürftig. Es ist aber machbar, weil Französisch weitgehend vom Lernfleiß abhängig ist und man nicht unbedingt sprachbegabt sein muss“, erklärt Maximilian, der eine Arbeitsstelle mit Dualstudium in Aussicht hat. Dass die FOS leichter ist, glaubt er nicht. Er resümiert: „Durchhänger gibt es bei jedem. Aber meine Entscheidung war richtig. Mir stehen jetzt wirklich alle Wege offen.“ Genauso sehen dies Julia und Annika, die derzeit die Einführungsklasse beziehungsweise die 11. Klasse besuchen. Da auch sie sich noch nicht auf einen bestimmten Zweig festlegen wollten, fiel auch ihre Entscheidung zugunsten des KZG aus.  
 
Vom mittleren Bildungsabschluss zum Abitur

 
„Die Einführungsklasse ist ein echtes Erfolgsmodell. Es macht das Schulsystem durchlässiger und ermöglicht mehr Schülern einen höheren Schulabschluss“, freute sich Schulleiterin Renate Leive eingangs der interessanten Info-Veranstaltung. Die Erfolgsaussichten seien nahezu identisch mit denen der Schüler, die gleich nach der vierten Klasse auf das Gymnasium übertreten. Detailliert vermittelte sie Inhalte, Zahlen und Fakten zur Einführungsklasse und gymnasialen Oberstufe. Dass das Modell keineswegs nur für Realschüler mit Grundkenntnissen in Französisch geeignet ist, machte nicht nur sie, sondern auch OStR Richard Breitenbach, Beratungsfachkraft am KZG und Organisator der Veranstaltung, deutlich. Während sich die Eltern zu einer Gesprächsrunde mit der Schulleiterin sowie den beiden Gymnasiasten Christina Eideloth und Maximilian Löffler in der Mensa zusammenfanden, erhielten die Schüler in mehreren Klassenzimmern fachspezifische Detailinformationen und Tipps. Dabei stellten mehrere Lehrkräfte ihr Fach vor. Schüler der Einrichtung gaben ebenfalls bereitwillig Auskunft. 
 
Infos zur Einführungsklasse (EFK)
 
Die EFK: ist eine speziell konzipierte 10. Klasse für Jugendliche mit mittlerem Abschluss aus der Haupt- beziehungsweise Mittel-, der Real- oder Wirtschaftsschule, die in drei Jahren die allgemeine Hochschulreife über das Gymnasium erwerben wollen. Sie führt in die Breite der gymnasialen Fächer ein und ermöglicht eine gezielte Förderung in den Fächern, in denen diese Schüler keine oder geringe Vorkenntnisse haben sowie in die verbindlich schriftlichen Abiturprüfungsfächer. Nach der EFK steigen die Jugendlichen ganz normal in die Qualifikationsphase des Gymnasiums, also in die elfte und zwölfte Klasse ein.
 
Aufnahmevoraussetzungen: Wer in die EFK einsteigen will, benötigt ein pädagogisches Gutachten seiner Schule, das die Eignung für den Besuch eines Gymnasiums bestätigt. Dies erfolgt in der Regel bei einem Notendurchschnitt aus Deutsch, Englisch und Mathematik von 3,0 oder besser. Weiter ist eine Altersgrenze zu beachten. So dürfen die Schüler/innen am 30. Juni vor Beginn der EFK in der Regel das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Anmeldeverfahren: Interessierte melden sich über ihre Schule nach dem Zwischenzeugnis mit einem speziellen Formular für die EFK an. Dies stellt noch keine verbindliche Anmeldung dar. Die endgültige Anmeldung kann erst nach Aushändigung des Abschlusszeugnisses erfolgen. Es können sich auch Schüler/innen anmelden, die keine Voranmeldung eingereicht haben. Zustandekommen: Die Mindestanzahl für das Zustandekommen der EFK beträgt circa 15 Schüler/innen. Ab circa 30 wird geteilt. Nähere Infos: unter www.schulberatung.bayern.de / Oberfranken / Aktuelles aus Oberfranken sowie unter www.kaspar-zeuss-gymnasium.de hs
 
Zahlen allgemein: In der Verbandszeitung des Bayerischen Philologenverbands wurden im Januarheft folgende Zahlen angegeben: Schuljahr 2010/11: 52 EFK an staatlichen und kommunalen Gymnasien besucht von 1.081 Schüler/innen, davon 973 aus Realschulen und 63 aus Haupt- und Mittelschulen. Zahlen KZG: Im Schuljahr 2010/11 besuchten 14 Schüler/innen aus Haupt- und Mittelschulen die EFK am KZG. Das bedeutet, dass 22,2 % aller Haupt- und Mittelschüler, die in Bayern eine EFK besuchen, am KZG sind! 13 dieser 14 Schüler/innen besuchen im Moment die Q 11 des KZG. hs

 
Julia Hechelmann aus Kronach
 
 
Annika Behner aus Ziegelerden
 
 
Maximilian Löffler aus Haig
 
 
Yesim Bagci aus Tettau
 
 
 
Christina Eideloth und Maximilian Löffler 
 
 

 

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