Obdachlose Piepmätze erhalten Nistkästen

Umweltschutz - Zusammen mit der Kreisgruppe Kronach vom Bund Naturschutz baute die Umweltgruppe des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums Nistkästen für einheimische Vögel. Beim „Wohnungsbau für obdachlose Piepmätze“ wurde Qualität großgeschrieben.   

Im Biologiesaal des KZG geht es an diesem Montagnachmittag rund. In allen Ecken wird gehämmert, ...
...geschliffen, grundiert und lackiert was das Zeug hält. Wer da so engagiert und motiviert bei der Sache ist, tischlert und werkelt, sind eifrige Schüler und Schülerinnen – und zwar ganz freiwillig in ihrer Freizeit. Die Mitglieder der von Studienrätin Andrea Hühnlein geleiteten KZG-Umweltgruppe nehmen diesen Nachmittags-Unterricht der etwas anderen Art gerne auf sich, um etwas für das Wohlergehen ihrer gefiederten Freunde zu tun. Da es in unserer gepflegten und „ausgeräumten“ Landschaft immer weniger alte Bäume mit Nisthöhlen gibt, werden Nistplätze für Höhlenbrüter wie die Kohl- oder Blaumeise knapp. Das Bauen und Anbringen von Nistkästen ist daher praktizierter Naturschutz. Was lag da also näher, als den zukünftigen Bewohnern tolle „Wohnungen“ zu bauen und ihnen auf diese Weise eine erfolgreiche Brutsaison 2012 zu ermöglichen. Nachdem bereits in der Vorwoche acht der insgesamt 15 jungen Naturschützer mehrere Nistkästen gebaut haben, machten sich nun am Montag auch die restlichen sieben Mitglieder - unter Anleitung von Susanne Meier und Hans Krist vom Bund Naturschutz - ans Werk. Die Jüngste im Bunde war die elfjährige Antonia Landshuth aus Küps, die mit der drei Jahr älteren Luka Igler aus Marktrodach nahezu ohne fremde Hilfe einen Nistkasten baute.
Beide sind schon seit dem letzten Schuljahr in der Umweltgruppe, die im Gymnasium als Wahlkurs angeboten wird. „Frau Hühnlein hat uns die Umweltgruppe vorgestellt und was da alles gemacht wird. Ich fand das richtig gut und wollte da gerne mitmachen, weil mir unsere Natur wichtig ist“, erinnert sich Luka, der ihr handwerkliches Geschick wohl schon in die Wiege gelegt wurde; ist ihr Papa doch Hufschmied. Ebenfalls ein Herz für die Umwelt und Tiere zeigt  Antonia, die als einzige Schülerin aus der sechsten Jahrgangsstufe - unter ansonsten ausschließlich Siebt- und Achtklässlern - der Umweltgruppe angehört. Auch ihr macht das Werkeln und Kreativsein viel Spaß. „Wir treffen uns, verteilt auf zwei Gruppen,  alle vier Wochen - immer montags“, verrät sie. Im letzten Jahr habe man beispielsweise Insektenhotels gebaut sowie Löwenzahngelee und Marmelade hergestellt. Sie erzählt lachend: „Wir machten auch Seife aus Olivenöl. Die hat aber schon ein wenig seltsam gerochen.“
Antonia und Luka hörten wie ihre Teamkollegen aufmerksam den Ausführungen der beiden Mitarbeiter des Bund Naturschutzes zu. Hans Krist erzählte, dass die Größe des Einfluglochs darüber entscheidet, welche Vogelart den Nistkasten besiedelt. Die Bretter für die Nistkästen mit den passenden Einfluglöchern waren bereits von einem Schreiner entsprechend zugeschnitten und vorbereitet worden. Fleißig packten die jungen Umweltfreunde mit an und bauten aus den entsprechenden Teilen die Kästen zusammen. Dabei war insbesondere das viele Hämmern eine durchaus anstrengende und schweißtreibende Arbeit. Abschließend wurde das Dach aufgesetzt und mit Dachpappe versehen. Damit die Nistkästen möglichst lange halten, erhielten die fertigen Kästen außen eine schützende Grundierung. Für einen „wohnlicheren“ Eindruck brachten die Schüler und Schülerinnen sogar noch Dekos in Serviettentechnik an den Nistkästen an.   
„Die Nistkästen werden wir beim nächsten Elternsprechtag verkaufen“, kündigt Andrea Hühnlein an. Da sie selbst auch Sprechtag habe, organisierten das die Mitglieder ihrer Jugendgruppe weitgehend selbst. „Sie bauen unsere Sachen auf, verkaufen sie und bleiben dafür schon mal bis 22 Uhr in der Schule“, lobt die Studienrätin das vorbildliche Engagement ihrer Schützlinge. Auch auf dem letztjährigen Weihnachtsbasar der Schule habe man eigene Erzeugnisse verkauft. „Die Schüler wollten da unbedingt mitmachen. Sie schlugen das von sich aus vor. Wir mussten uns sogar noch einmal zusätzlich in der Adventszeit zu treffen, um neue Artikel herzustellen“, freut sie sich. Ziel der Umweltgruppe, die sich mit den Verkaufserlösen selbst finanziert, sei es, den Kindern und Jugendlichen die Natur näher zu bringen und sie für die Belange ihrer Umwelt zu sensibilisieren. Hierfür werden immer wieder Aktionen und Aktivitäten für einen praktizierten Umweltschutz gestartet. hs

 
Susanne Meier (rechts) von der Kreisgruppe Kronach des Bund Naturschutz baute mit der Umweltgruppe des KZG Nistkästen.
 
 
(von links) Luka Igler und Antonia Landshuth nageln die einzelnen Bauteile zusammen. Mit im Bild ist Hans Krist (Mitte) von der Kreisgruppe Kronach des Bund Naturschutz.
 
 
Antonia Landshuth (rechts) entfernt einen krumm eingeschlagenen Nagel. Mit im Bild sind (von links) Luka Igler und Studienrätin Andrea Hühnlein, die die Umweltgruppe leitet.
 
 
Auch die Jungs (von links) Nicolas Denegri, Julian Riedel und Andreas Lang sind eifrig bei der Sache.
 
 
(von links) Julia Schneider und Beatrice Göggelmann bringen die Dachpappe an.
 
 

Luka Igler verziert den Nistkasten mit Serviettentechnik.   

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