Lesespaß zu ungewohnter Stunde im Kaspar-Zeuß-Gymnasium

 

In der Schule übernachten: Was sich anstrengend anhört, brachte für die Schüler des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums viel Spaß mit sich. Insgesamt 90 Sechst- und Siebtklässler verbrachten von Donnerstag auf Freitag eine „Lesenacht“ in den Schulturnhallen.
Donnerstagabend zu fortgeschrittener Stunde  in der Schulturnhalle des KZG. Die Jungs und Mädchen haben es sich ...
... auf den dicken Turnmatten bequem gemacht. Einige sitzen im „Schneidersitz“, andere liegen auf dem Bauch oder Rücken. Erwartungsvoll richten sie ihren Blick nach vorne. Es ist mucksmäuschenstill. Atemlose Spannung liegt in der Luft. Schließlich ist die Schulturnhalle an diesem kalten Februar-Abend „Schauplatz“ mysteriöser Verbrechen. Zwei Morde sind geschehen. Wie gebannt hängen die jungen Zuhörer daher an den Lippen ihres Gastes. Es ist die Autorin Heike Schwandt, die zwei Geschichten aus ihrem Buch „Morde und Menschen“ vorliest und damit die Schulturnhalle zu einer Art Detektivbüro werden lässt.
Die Zutaten für eine Lesenacht sind schnell gepackt: Man nehme einen Schlafsack, Isomatte, ein Kissen und vor allem jede Menge Lesestoff. Gute Bücher gibt es an diesem Abend genügend. Verantwortlich für die nach vielen Jahren Pause einmal wieder im KZG stattfindende Lesenacht sind die fünf Deutschlehrer Daniel Förster, Annette Oschatz, Anne Schmidt, Johanna Uhl und Andreas Haberkorn sowie der Mathematik-Lehrer Markus Bittermann. „Wir haben die Lesenacht für unsere vielen Leseratten an der Schule organisiert – aber natürlich auch für die, die nicht so oft zu einem Buch greifen. Wir möchten die Lust am Lesen und die Neugier auf Bücher wecken“, erklärt Andreas Haberkorn. Durch das ungewohnte Ambiente und das gemeinsame Übernachten in der Schule, in der ja sonst das Lesen eher Pflichtübung sei, könne Lesen zum echten Erlebnis werden. „Neben der Lesung von Heike Schwandt, bringen sich die Jugendlichen auch selbst ein. Die Schüler und Schülerinnen meiner Klasse haben beispielsweise Fabeln geschrieben, die sie vorlesen werden“, meint der Deutschlehrer. Zudem habe man verschiedene Leseaktionen vorbereitet. „Wir haben auch viel Zeit zur freien Verwendung eingeplant, damit die Schüler in den kleinen - eigens eingerichteten - Leseecken in aller Ruhe in ihren Lieblingsbüchern oder denen ihrer Klassenkameraden schmökern können“, erzählt Haberkorn. Um 22 Uhr schließlich würden literarische Kurzfilme gezeigt, bevor um 23 Uhr Nachtruhe angesagt sei. Die Lesenacht werde mit einem gemeinsamen Frühstück um 7 Uhr beschlossen, bevor die Schüler wie üblich den Unterricht am Freitag in den einzelnen Klassen besuchen würden. Haberkorn verrät: „Schulaufgaben, Abfragen oder Stegreifaufgaben wird es am Freitag aber nicht geben.“ Sein ausdrücklicher Dank gilt den Tutorinnen, die bei der Lesenacht für die Betreuung der jungen Übernachtungsgäste mit verantwortlich zeichneten.  
Und wie findet das junge Publikum die Lesenacht? Bei der Lesung in der ersten Reihe saßen Lena Hergenröther aus Neukenroth, Carina Philipp aus Stockheim sowie Marleen Kießling aus Mödlitz, alle aus der 6 c. Allen drei gefiel die Lesung gut, obwohl Krimis sonst nicht ihre bevorzugte Lektüre sind. „Ich finde es interessant, einmal eine Autorin persönlich kennenzulernen. Die Geschichten waren spannend. Überhaupt finde ich die Lesenacht eine schöne Idee“, meint Lena, die in ihrer Freizeit am liebsten Romane oder auch schon mal die die Bücher ihrer Mama liest. „Aber eigentlich bin ich nicht so die Leseratte. Der Beruf Schriftstellerin wäre nichts für mich. Ich möchte Grundschullehrerin werden“, verrät die Elfjährige. Ihre gleichaltrige Freundin Carina dagegen liest viel, am liebsten Fantasiegeschichten. Sie hat auch schon selbst kleine Geschichten geschrieben. „Das war aber nur zum Spaß. Ich glaube nicht, dass ich mal Autorin werde“, meint sie. Ebenfalls eine Leseratte ist Marleen. „Eine meiner Mitschülerinnen hatte unserem Lehrer den Vorschlag gemacht, einmal eine Lesenacht zu veranstalten. Ich finde es toll, dass das die Lehrer organisiert haben“, lobt die 12-Jährige, die am liebsten Fantasie- und Pferdegeschichten liest und einmal Tierärztin werden möchte. Sie meint: „Vor allem gefällt mir, dass wir heute hier gemeinsam übernachten und auch Schüler der anderen Klassen kennenlernen können. Ich fand es gut, dass die Autorin so viel über sich und ihre Arbeit erzählt hat.“
In der Tat hatte Heike Schwandt nach der Lesung viele Fragen ihres sehr interessierten jungen Publikums zu beantworten. Dieses wollte beispielsweise wissen, warum sie Schriftstellerin geworden ist, welche verschiedenen Arten von Büchern sie schreibt, wie lange sie für das Schreiben eines Buches benötigt und wie viel man als Schriftstellerin verdient. Neben den beiden spannenden Geschichten aus dem Buch „Von Morden und Menschen“, das sowohl Kriminalgeschichten als auch poetische Erzählungen erhält, las sie auch aus ihrem Manuskript eines Jugendbuches, das erst 2013 veröffentlicht wird. 
 
Infos zu Heike Schwandt:  Heike Schwandt, 1961 in Hanau geboren, studierte nach einem Volontariat bei einer hessischen Tageszeitung Geoökologie in Bayreuth und arbeitete einige Jahre als Gutachterin in einem Ingenieurbüro, bevor sie die Liebe zum Wort wiederentdeckte: in der Berufung als freie Journalistin und Autorin. Seit 2004 sind von ihr mehrere Kurzgeschichten für Kinder und Erwachsene in Anthologien sowie ein Kinderbuch erschienen. Ihr Theaterstück „Gourmets“ wurde 2008 in Bayreuth uraufgeführt. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten und ihrer Tochter in Thurnau. hs      
 
(vorne von links) Lena Hergenröther, Carina Philipp und Marleen Kießling hören der Autorin Heike Schwandt (rechts) bei ihrer Lesung aufmerksam zu.
 
 
Die Schüler nutzten fast jeden Winkel der Schulturnhallen, um zu lesen – wie hier (von links) Philipp Richter aus Johannisthal und Thomas Kögel aus Hummendorf. 
 
 
Auch Lehrer Andreas Haberkorn und seine Schützlinge lauschten gebannt der Lesung von Heike Schwandt. 
 


 

 

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