Demokratie leben lernen

Juniorwahl IIn Bayern darf man erst ab einem Alter von 18 Jahren wählen – anders am Kaspar-Zeuß-Gymnasium. Hier waren in der vergangenen Woche 312 Schülerinnen und Schüler zur Wahl aufgerufen.

Bereits zum zweiten Mal nahm die Schule an der Juniorwahl teil. Nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr stand jetzt die Juniorwahl zur Landtagswahl in Bayern an.

„Die Wahl läuft unter völlig realistischen Bedingungen ab. Alle Materialien sind originalgetreu – von der Wahlbenachrichtigung bis zum Siegel und der Plombe der Wahlurne“, informiert die Sozialkundelehrerin Verena Zeuß. Zusammen mit ihrem Kollegen Ulrich Schwiete hat sie die Juniorwahl am Kaspar-Zeuß-Gymnasium für alle Schülerinnen und Schüler von der 10. bis zur 12. Klasse organisiert.

Im Rahmen der Sozialkundestunden erfahren die Klassen wichtige Aspekte zur Wahl. Nicht nur über das Wahlsystem an sich, sondern auch über Standpunkte der einzelnen Parteien oder Politiker. Und dann geht es gemeinsam in den vierten Stock, wo das Wahllokal aufgebaut ist. Neben neutralen Informationen rund um den Stimmzettel stehen auch drei Wahlkabinen bereit. Die Sozialkundelehrkräfte übernehmen die Aufgabe der Wahlhelfer. Die Schüler müssen ihre Wahlbenachrichtigungskarte oder ihren Personalausweis vorzeigen, danach wird der Name mit dem Wählerverzeichnis überprüft und abgehakt. Dann erst teilen die Lehrkräfte die Stimmzettel aus, einen gelben für die Erststimme und einen blauen für die Zweitstimme. „Die Stimmzettel unterscheiden sich wirklich fast nur durch das Wort Juniorwahl statt Landtagswahl von denen am Sonntag bei der richtigen Wahl. Bloß der Stimmzettel für die Zweitstimmen ist etwas kompakter, enthält aber sämtliche Originalkandidaten“, erklärt Ulrich Schwiete. „Das ist ja richtig spannend“, kann man von den Schülern hören oder auch „jetzt wird es ernst“. Die Jugendlichen nehmen die Wahl ernst. Nur wenn sie früh lernen, wie man eine gültige Stimme abgibt oder auch, dass es „normal“ ist, zur Wahl zu gehen, werden sie auch bei den richtigen Wahlen ihr Wahlrecht wahrnehmen.
Das Kaspar-Zeuß-Gymnasium kommt auf eine Wahlbeteiligung von 90,9% - ein Traum für die reale Politik. Auch sonst ist das Ergebnis sehr spannend und aufschlussreich.

 

Ergebnis JuniorwahlDer von den KZG-Schülerinnen und Schülern gewählte Landtag besteht aus sechs Parteien und sieht folgendermaßen aus: Die CSU erhält mit 27,8% die meisten Stimmen, gefolgt von den Grünen mit 18,8%. Danach kommen die FDP auf 10,5% und die SPD auf 10,3%. Auf Platz fünf liegen die Freien Wähler mit 9,0% und die AfD mit 6,2%. Die Linke kommt auf 3,8%, die Piraten auf 4,0% und die PARTEI auf 3,6%. Bayernpartei, ÖDP, mut und V-Partei3 und Partei für Gesundheitsforschung liegen zwischen 2 und 0,5%. Das Direktmandat aus dem Stimmkreis gewinnt Jürgen Baumgärtner von der CSU mit 29,3% der Stimmen vor Edith Memmel von den Grünen mit 21,0% der Erststimmen.

 

 

 

Damit ist der Landtag bunt aufgestellt, wenn es nach dem Willen der Schüler geht. „Können wir unser Ergebnis nicht den Politikern mitteilen?“, fragt ein Schüler. „Schließlich sind wir die Wähler der Zukunft und sie müssen sich nach uns richten.“ Die Stimmen wurden am Freitagnachmittag von den Lehrkräften ausgezählt. Das Ergebnis blieb bis Sonntagabend geheim. Nicht nur die Schüler warteten gespannt auf das Ergebnis, auch einige Lehrkräfte fragten immer wieder nach, ob schon klar wäre, wie ihre Schüler gewählt haben.

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